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Joachim Kothe

Protokoll einer Lokmitfahrt

Es ist kurz vor 17:30 Uhr am 17. September 2000

Zusammen mit dem frischgebackenen Lokführer Torben Kluwe und seinem Heizer Ralf Petersen besteige ich die Lok 1, die den Zug von Harpstedt nach Delmenhorst bringen soll. Eine letzte Werkzeugkontrolle vor der Abfahrt. Sicher ist sicher!


Mehr über den Werdegang eines ehrenamtlichen Lokführers erfahren Sie hier

Von Harpstedt nach Delmenhorst wird der Zug von der rückwärts fahrenden Lok gezogen. Das sieht zwar nicht so hübsch aus, geht aber nicht anders, denn eine Drehscheibe gibt es nicht.

Dem Heizer fällt die verantwortungsvolle Aufgabe zu, das Feuer in Gang und stets den Anforderungen der Strecke entsprechend groß zu halten. Dabei kommt man schon beim Zuschauen ins Schwitzen ... .

Doch nicht nur heizen muss der Heizer. Zusammen mit dem Lokführer beobachtet er die Strecke. "Frei" - "frei" schallt es mir jetzt noch in den Ohren. Wann immer wir einen ungesicherten Bahnübergang passieren, ertönt dieser Ruf. "Anlage läuft" heißt es dann bei den mit Lichtsignal gesicherten Bahnübergängen. Und jedes Mal ertönt die ohrenbetäubende Dampfpfeife. Hörprobe gewünscht? Klicken Sie mal hier!

An insgesamt 9 Stationen hält der Zug und fast überall erwarten uns nicht nur Fahrgäste, sondern auch andere Eisenbahnfreunde, mit und ohne Kamera.

In Delmenhorst angekommen heißt es dann für den Lokführer: Schmierstellen überprüfen, Wasser (3 m3 !) nachfüllen und Speisewasserzusatz (was das auch immer ist ... ) hinzugeben.

Endlich! Es geht vorwärts zurück nach Harpstedt!

Am Abend sind kaum noch Passagiere im Zug und so hoffen wir, ohne Halt durchzufahren.

Schließlich erreichen wir Harpstedt, nachdem wir in Dünsen noch einmal Wasser aufgenommen haben. Zum Fotografieren ist es da leider schon zu dunkel. Noch etwa eine halbe Stunde vergeht mit Rangieren, Reinigungs- und Aufräumarbeiten, dann ist endlich Feierabend!